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Eine heiße, aber auch lehrreiche Woche liegt hinter 84 aktiven Feuerwehrleuten:  Die Floriansjünger von zehn benachbarten Feuerwehren haben in einer realitätsnahen Ausbildung im Übungscontainer in Reischach erleben können, wie es ist, bei einem etwaigen Gebäudebrand mit dem Flammeninferno  zu kämpfen. Vielen Teilnehmern, vor allem den jüngeren, die einen Echteinsatz noch nicht erlebt hatten, wurde im aufgestellten Brandcontainer auf dem Feuerwehrgelände erst richtig bewusst, welchen physischen und psychischen Belastungen man bei Temperaturen um die 600 Grad Celsius ausgesetzt ist.  Doch keine Praxis ohne Theorie: Erst nach eineinhalb Stunden Unterricht über die Funktion und Wirkung der Schutzkleidung und  deren Grenzen, über Brandentstehung und -Verlauf, über Löschtechnik und Taktik und nicht  zuletzt über Sicherheitshinweise, ging es in den Container. Hier wartete ein größeres Kontingent Spanplatten auf die Teams, das nach dem Entzünden den Brand eines gewöhnlichen Kleiderschrankes und unterschiedliche Verläufe eines Zimmerbrandes simulieren sollte. Mit Schutzkleidung, dazu Atemschutzmaske und Pressluftatmer, wurden die verschiedenen  Löschtaktiken in Angriff genommen. Von den Ausbildern simuliert, galt es auch, sich mit einer falschen Löschtaktik auseinanderzusetzen: Künstlich erzeugter hoher Wasserdampf und damit starke Rauchentwicklung führten zu einer extremen Hitzebelastung, die die Belastungsgrenzen der Schutzausrüstung deutlich aufzeigten. Das richtige Ausziehen kontaminierter Kleidung mit Brandrückständen und die Sensibilisierung der Einsatzstellenhygiene war danach für die meisten Floriansjünger Neuland, wie bei der jeweils abschließenden Feedbackrunde mit den Ausbildern und Verantwortlichen deutlich wurde. Vollauf begeistert zeigte sich Kreisbrandmeister Johannes  Baumer von der Übungswoche,  die ohne Zwischenfälle verlaufen  ist: „Die Wehren im Holzland und Umgebung sind nun bestens ausgebildet und haben den gleichen Bildungsstand", freute sich der federführende Übungs-Verantwortliche in einer Stellungnahme  gegenüber dem Anzeiger. „Eine  Zusammenarbeit im Ernstfall  wird so erheblich erleichtert", ist  er überzeugt. Er, Baumer, hoffe jetzt auf  das Bayerische Innenministerium, das Projekt längerfristig  weiterzuführen, um möglichst  vielen Atemschutzgeräteträgern  diese einmalige Erfahrungsnahe  der Realität zu ermöglichen.  Beteiligte Feuerwehren:  Arbing, Erlbach, Endlkirchen, Perach, Pleiskirchen, Reischach,  Stammham, Tüßling sowie aus  dem Lkr. Rottal-Inn Mitterskirchen und Erlach.
Quelle: ANA 13.09.2019 von Manfred Buchberger

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