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Mit der Segnung des neuen Feuerwehr-Einsatzfahrzeuges „LF20" am 06. September ist dieses nun offiziell für den Ernstfall gerüstet. Bei einem Festakt auf dem Parkplatz vor dem Gasthaus Auer in Endlkirchen erhielt es am Sonntag von Pfarrvikar Kumar Yangaladasu den kirchlichen Segen. Der Geistliche erbat, dass mit diesem Fahrzeug Menschen in Not geholfen und Schaden abgewendet werden solle. Dieser Festakt musste wegen der Corona- Pandemie in einem kleinen Rahmen, nur mit den Aktiven der Wehr sowie einer begrenzten Anzahl von Ehrengästen, abgehalten werden.
Der Vorsitzende der Endlkirchener Wehr, Johann Schwertfellner, begrüßte eingangs zum Festakt neben den aktiven Wehrleuten auch Bürgermeisterin Monika Meyer mit dem Gemeinderat sowie das Vorgänger-Gremium. Dessen Mitglieder hatten in den vergangenen Jahren die Weichen zur Anschaffung dieses Fahrzeuges gestellt. Mit einer kleinen Abordnung war auch die Nachbarwehr aus Erlbach vertreten.
In einem Rückblick ließ der 1. Kommandant Markus Freibuchner die letzten Jahre Revue passieren: bereits 2017 war der Entschluss zum Erwerb eines neuen Fahrzeuges gefasst worden nachdem das bisherige Einsatzfahrzeug fast 30 Jahre alt war. Da die Nachbarwehr aus Erlbach vor dem gleichen Problem stand, sollte die Auslieferung zeitversetzt und mit unterschiedlichen Ausstattungen erfolgen. So wurde im Vorjahr das Erlbacher Fahrzeug „HLF10" ausgeliefert, das in erster Linie für technische Hilfeleistung konzipiert ist. Mit dem „LF20" für die Endlkirchener Kollegen ergänzen sich nun beide Wehren.
Um eine optimale Ausstattung zu erhalten, hat ein „Beschaffungsteam" viel Zeit und Arbeit investiert, so Kommandant Markus Freibuchner. Die Entscheidung fiel zu Gunsten der österreichischen Firma Rosenbauer, die auf einem MAN-Fahrwerk einen optimalen Aufbau entworfen hatte, mit dem auch 3000 Liter Wasser mitgeführt werden können. Die technische Ausstattung des Fahrzeuges lieferte die Firma Brandschutz Stirner aus Perach. Der ursprüngliche Auslieferungstermin 10. Juni 2020 konnte wegen Corona-bedingter Einschränkungen nicht eingehalten werden, doch am 31. Juli war es dann so weit: Unter dem Beifall vieler Wehrleute und interessierten Bürgern ist das neue Fahrzeug am Feuerwehrhaus in Öging eingetroffen. Seither, so der Kommandant, fanden fast täglich Übungen statt, um den Umgang mit den vielen Gerätschaften zu schulen. Wie Wichtig das ist, habe sich schon erwiesen: Bereits vier Mal musste es bei Unfällen und einem Fahrzeugbrand eingesetzt werden.

Schlüsselübergabe

Als Vertreter der Kreisbrandinspektion gratulierte Kreisbrandrat Franz Haringer den Endlkirchnern zum neuen Fahrzeug. Es sei immer schwieriger, derartige Fördermittel zu erhalten. Dabei bemängelte er auch, dass eine Kostenbeteiligung von 75 Prozent durch die Kommunen viel zu hoch sei, außerdem stellten gesetzliche Vorgaben oftmals Hindernisse dar. Mit den vielen Gerätschaften seien die Endlkirchener Wehrleute nun „Allrounder" und deutlich schlagkräftiger als vorher. Die Feuerwehren, so Franz Haringer, seien die wichtigsten Vereine. Er dankte allen Aktiven, die sich für das Gemeinwohl einsetzen und wünschte ihnen, dass sie von Einsätzen immer gesund und wohlbehalten heimkommen.
Dem Festakt wohnten auch Kreisbrandmeister Johannes Baumer und Haringers Vorgänger Werner Huber bei. Dieser hatte sich in seiner Amtszeit für die Anschaffung des neuen Fahrzeuges stark gemacht.
Durch die Firma Stirner aus Perach hat das Feuerwehrwehrauto mittels akribischer Planung eine optimale Ausstattung erhalten. Deren Vertreter Alfred Eder dankte den Verantwortlichen für die unkomplizierte Zusammenarbeit und zeigte sich erfreut, dass eine ortsnahe Firma den Auftrag erhalten hatte.
Für die Gemeinde Erlbach sei die Anschaffung von zwei Feuerwehrfahrzeugen innerhalb zweier Jahre eine große Herausforderung so Bürgermeisterin Monika Meyer. Vor fast genau 30 Jahren erfolgte die Auslieferung des bisherigen Fahrzeuges. Während dieser Zeit gab es einen unvergleichlichen technischen Fortschritt. „Auch die Feuerwehren müssen sich an die Technik der Neuzeit anpassen. Die Einsätze haben sich mehr zu technischer Hilfeleistung geändert, es erfolgte auch im Löschwesen ein Wandel von analoger zu digitaler Technik“ so das Fazit von Monika Meyer. Das Einsatzspektrum reiche von der Rettung von Tieren über technischer Hilfe bei Unfällen, Brand- und Katastrophenfällen bis hin zu Unterstützung bei größeren Festen und Veranstaltungen. „Die Feuerwehr ist somit ein Allrounder", so die Bürgermeisterin. Dazu sei allerdings erforderlich, sich mit den Gerätschaften vertraut zu machen, um die moderne Technik zu beherrschen. Besonders für die Jugendlichen solle dieses moderne Fahrzeug eine Motivation sein, sich im Feuerlöschwesen zu engagieren. Den Aktiven wünschte sie Gottes Segen für ihre ehrenamtliche Arbeit und dass sie immer gesund heimkommen, sowie kameradschaftlichen Beistand in Krisensituationen.
Ausdrücklich dankte die Bürgermeisterin ihrem Vorgänger Franz Watzinger mit seinem damaligen Gemeinderat, der die Beschlüsse für diese Anschaffung gefasst und getragen hatte. Zusammen mit Franz Watzinger überreichte die Bürgermeisterin einen großen symbolischen Fahrzeugschlüssel an das Vorstandsgremium der Endlkirchener Feuerwehr.
Die Anschaffungskosten von 407.000 Euro verringern sich um 100.000 Euro staatlicher Förderung und 20.000 Euro Eigenleistung der Feuerwehr. Diesen Betrag nahm sie erfreut zusammen mit Kämmerin Marion Weindl in Form eines symbolischen Schecks gerne entgegen.

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Mit der Melodie „Fein sein, beieinander bleiben" hatte die „Blechduin-Musi" den Segnungsakt eingeleitet. Pfarrvikar Kumar Yangaladasu, selbst Mitglied der Endlkirchener Wehr, sprach ein Segensgebet und bat Gott, dass dieses Fahrzeug helfe möge Menschen zu retten, Brände zu löschen, Unwetterschäden zu beseitigen und Gefahren abzuwenden. Er freue sich, selber auch Mitglied dieser Wehr zu sein. In sein Gebet schloss der „Geistliche in Feuerwehruniform" auch alle anderen Hilfsorganisationen mit ein. Durch das Besprengen mit Weihwasser erhielt das neue Fahrzeug „LF 20" seinen kirchlichen Segen, wobei Pfarrvikar Kumar Gottes Schutz für alle erbat, die an den Einsätzen beteiligt sind.
Auch der Kommandant der Nachbarwehr aus Erlbach, Michael Rothenaicher, gratulierte den Endlkirchener  zu diesem Fahrzeug und überreichte als Präsent einen Schlüsselanhänger mit eingraviertem „Endlkirchen"-Motiv.
Abschließend dankte der 1. Vorsitzende Johann Schwertfellner allen Gästen, Gönnern und Helfern. Seinen besonderen Dank richtete er an alle, die die Feuerwehr finanziell unterstützt haben. Das Ergebnis der Haussammlung hat mit dazu beigetragen, dass die Eigenleistung von 20.000 Euro erbracht werden konnte. Er sehe in der Spendenfreudigkeit der Bevölkerung auch eine Wertschätzung für die ehrenamtliche Arbeit seiner Wehrleute.
Am Nachmittag nutzen noch viele Interessierte die Möglichkeit, das neue Fahrzeug zu besichtigen.

Pfarrer oder Polizist?
Mit einer Anekdote hat Pfarr-Vikar Kumar Yangaladasu die Segnung des Feuerwehrautos bereichert und für ein Schmunzeln bei den Zuhörern gesorgt: Er hatte am Sonntagmorgen seinen Angehörigen in Indien ein Foto geschickt, das ihn als strammen Feuerwehrmann in Uniform zeigt. Da in Indien eine Feuerwehr unbekannt ist, fragten sie nach: „Bist du eigentlich Pfarrer oder Polizist...?
— hok
Quelle: ANA 08.09.2020