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27. Juni 2021

Insgesamt 36 Mal sind die Aktiven der Freiwilligen Feuerwehr Endlkirchen 2020 zu Hilfe gerufen worden. Dabei überwogen klar technische Hilfeleistungen. Mit der Auslieferung des neuen Einsatzfahrzeuges LF 20 hat die Wehr deutlich an Schlagkraft gewonnen. Dazu waren nach dem ersten Lockdown intensive Übungen und Schulungen zu absolvieren. Im Rahmen der Jahreshauptversammlung im Gasthaus Auer wurden sechs Aktive mit dem Goldenen Feuerwehr-Ehrenkreuz für ihre 40-jährige Mitgliedschaft geehrt.
Feuerwehrvorstand Johann Schwertfellner konnte rund 60 Mitglieder und Förderer zur Jahreshauptversammlung für das Jahr 2020, die coronabedingt mit einer knapp sechsmonatigen Verspätung abgehalten wurde, begrüßen. Trotz des Ausfalles mehrerer Veranstaltungen wie dem traditionellen Dorffest oder der Nikolausfeier konnte dank der Spendenbereitschaft der Bevölkerung gute finanzielle Rücklagen geschaffen werden. Diese seien auch nötig, da weiterhin in Ausrüstung investiert, sowie der Platzmangel im Feuerwehrhaus behoben werden müsse. Auch die Jugendarbeit soll noch besser unterstützt werden und außerdem stehe auch noch die Restaurierung der Vereinsfahne an, so der Vorstand. An der Corona-Pandemie fand er auch etwas Positives: „Die Mitglieder hatten mehr Zeit für die Mitarbeit an der Feuerwehrhaus-Sanierung“.

Die NeuaufnahmenDie Neuaufnahmen

In seinem Bericht erläuterte Kassier Günther Hochhäusl die Finanzsituation der Feuerwehr. Für das neue Einsatzfahrzeug LF 20 hatte die Wehr eine Eigenleistung von 20000 Euro aufzubringen. Durch Sonderanschaffungen bei der Ausrüstung kamen dann letztendlich 24500 Euro zusammen. Diese Finanzierung war nur möglich durch eine Haussammlung, die das überwältigende Ergebnis von 17698 Euro einbrachte. Es seien noch Reserven vorhanden, so der Kassier, aber die werden auch benötigt, da noch mehrere Projekte auf der Agenda stünden. Die Feuerwehrkasse wurde bereits zum Jahresanfang geprüft und es konnte eine einwandfreie Kassenführung bestätigt werden. Auf Antrag der Bürgermeisterin Monika Meyer wurde der Vorstandschaft die Entlastung erteilt.
Das Vereinsjahr 2020 ließ Schriftführer Norbert Werkstetter Revue passieren. Während zum Jahresanfang noch einige Veranstaltungen stattfinden konnten, herrschte von März bis zum Herbst „Sendepause“. Beim Bürgerschießen der Hubertusschützen zur Jahreswende konnte die Endlkirchener Wehr die meisten Schützen stellen. Die Christbaumversteigerung am 18. Januar 2020 brachte noch Geld in die Vereinskasse, ebenso die Feuerwehr-Faschingsdisco. Am 6. September konnte das neue Einsatzfahrzeug LF 20 in kleinem Rahmen gesegnet und seiner Bestimmung übergeben werden. Es gab im Oktober „Steckerlfische to go“, dann kam das Vereinsleben ab November durch den zweiten Lockdown wiederum zum Erliegen. Der Schriftführer bedauerte, dass es keinen Ausflug, kein Dorffest, keine Nikolausfeier und kein Florianiamt gab. Auch zwei Feuerwehrfeste, deren Besuch eingeplant war, sind der Pandemie zum Opfer gefallen.

Jugendwart Bernhard Bader berichtete, dass derzeit zehn Buben und vier Mädchen der Jugendgruppe angehören. Mit diesen habe er die Burghauser Berufsfeuerwehr besucht. Die Jugendlichen waren beeindruckt von der Einsatzzentrale, den Fahrzeugen und der Atemschutz-Strecke. Auch der Besuch einer Bowlingbahn stand auf dem Programm. Im Herbst hatten sich die Jugendlichen auf das Jugend-Leistungsabzeichen und einem Wissenstest vorbereitet, die Abnahme konnte jedoch nicht mehr erfolgen. Traditionell wurde vor Weihnachten das „Friedenslicht aus Bethlehem“ in Burghausen abgeholt, diesmal jedoch nur in kleinem Rahmen. Künftig sind Übungen im Drei-Wochen-Turnus vorgesehen. Bernhard Bader dankte der Feuerwehrjugend, dass sie auch trotz der wenigen Aktivitäten der Wehr treu geblieben sind.

Kommandant Markus Freibuchner freute sich, Christine Gruber als aktives Mitglied zu begrüßen. Außerdem traten Jonas Freibuchner, Mirjam Rothenaicher und Eva Waitzhofer der Jugendwehr bei. Die Feuerwehr Endlkirchen zählt derzeit 64 aktive und 61 passive Mitglieder. Zunächst berichtete der Kommandant über das Schulungswesen: Zwei Aktive haben eine modulare Truppausbildung absolviert, drei ließen sich zum Sprechfunker ausbilden, zwei sind nun Atemschutzträger und einer hat den Motorsägekurs abgeschlossen. An der Feuerwehrschule in Regensburg wurde Günther Hochhäusl zum Gruppenführer ausgebildet. Der Umgang mit psychischer Stressbelastung wurde in einer Schulung „Psychosoziale Notfallversorgung“ von Experten des Roten Kreuzes vermittelt.
Das Jahr 2020 war reich an Einsätzen, wobei die technische Hilfeleistung deutlich überwog, so der Kommandant. Das Spektrum reichte vom Einfangen entlaufener Rinder über Türöffnungen, Beseitigung von Sturmschäden, Freilegen von verstopften Wasserdurchlässen an Straßen bis hin zur Beseitigung von Ölspuren und Verkehrslenkung bei Unfällen. Hierbei war die B 588 bei Schöfenhub oftmals der Brennpunkt des Geschehens. Bei insgesamt acht Einsätzen auf diesem Straßenabschnitt war ein Todesopfer zu beklagen, ein Mensch wurde schwer verletzt.
Spektakulär war der Unfall eines mit 3000 Schlachthühnern beladener Lkw-Zuges, dessen Anhänger umgekippt war (der Anzeiger berichtete). Hierbei musste, wie auch bei den anderen Unfällen, der Verkehr umgeleitet werden. Auf verschiedenen Streckenabschnitten waren fünf Mal Ölspuren zu beseitigen, deren Verursacher nicht immer festgestellt werden konnten. Auch eine mit Gülle verunreinigte Straße musste gesäubert werden. Den psychisch belastendsten Einsatz hatte die Wehr war am 25. Januar 2020: Sie wurde zur Unterstützung einer Reanimation nach Taiding gerufen. Hier mussten sie feststellen, dass ihr Feuerwehrkamerad Erwin Kaiser einen Herzstillstand erlitten hatte. Er verstarb auf dem Weg ins Krankenhaus. Die schockierten Wehrleute wurden bei diesem traurigen Einsatz vom Rettungsdienst psychologisch unterstützt.
Neben den insgesamt 33 technischen Hilfeleistungen gab es auch drei Brandeinsätze, wobei jedoch bei zweien das Feuer im Keim erstickt werden konnte. Bei einem Traktorbrand konnte infolge des schnellen Einsatzes der Wehr ein größerer Schaden abgewendet werden.
Kommandant Markus Freibuchner gab auch bekannt, dass die Pflege der Feuerwehrschläuche nun zentral von der Reischacher Wehr übernommen wird. Die Schläuche müssen nach jedem Einsatz überprüft werden. Er lobte auch die Arbeit des „Beschaffungsteams“ für das neue Einsatzfahrzeug, das drei Jahre nach der Konzepterstellung ausgeliefert werden konnte. Auch am Feuerwehrhaus ist viel geschehen, so der Kommandant: es wurde ein neues Tor eingebaut, das Gebäude neu gestrichen und eine Gasheizung eingebaut. Für all diese Arbeiten haben die Aktiven viele Stunden ehrenamtlich gearbeitet. Er dankte allen für ihr Engagement, besonders auch den Landwirten und Schichtarbeitern, die im Zeitraum von 6 bis 18 Uhr für Einsätze abrufbar sind.
Bürgermeisterin Monika Meyer bezeichnete 2020 als ein Jahr, das von Improvisation und Bangen geprägt war. Die vielen online-Veranstaltungen konnten persönliche Gespräche und Kontakte nicht ersetzen. Laut Bayerischer Gemeindeordnung ist die Feuerwehr dem Bürgermeisteramt unterstellt. Sie habe Respekt vor dieser Aufgabe. Sie freue sich, dass sie gut aufgenommen wurde und dankte für das gegenseitige Vertrauen. Ihren Dank sprach sie auch allen Wehrleuten aus, die sich bei vielen Übungen unter Corona-Bedingungen mit dem neuen Einsatzfahrzeug vertraut gemacht haben.

Die GeehrtenDie Geehrten

Auch Kreisbrandmeister Johannes Baumer sagte, ihm sei es ein großes Anliegen, wieder persönlichen Kontakt zu den Wehren zu haben. Er lobte besonders die Jugendarbeit. Die Wichtigkeit einer schlagkräftigen Wehr habe sich in den letzten Wochen gezeigt: bei den Starkregen in Perach, Reischach und Arbing wurden die örtlichen Wehren innerhalb von drei Wochen zu 150 Einsatzorten im Bereich der Verwaltungsgemeinschaft gerufen, um Keller auszupumpen und Hochwasserschäden zu beseitigen. Hierbei wurden oftmals die Grenzen der Belastbarkeit erreicht.
Vorstand Johann Schwertfellner und Kommandant Markus Freibuchner freuten sich sechs Floriansjünger für ihre 40-jährige Mitgliedschaft zu ehren. Neben einer Urkunde des Bayerischen Innenministeriums und dem Feuerwehr-Ehrenzeichen in Gold erhielten sie einen Gutschein, um eine Woche im Feuerwehr-Erholungsheim in Bayrisch Gmain zu verbringen. Diese Ehrung erhielten Anton Gartenmeier, Franz Kaiser, Franz Maier, Hermann Rothenaicher, Winfried Wieslhuber und Franz Waitzhofer.
Mit dem Feuerwehr-Leitspruch „Sind Bürger in Not, ist Helfen unser Gebot“ beendete Vorstand Johann Schwertfellner diese Jahreshauptversammlung. In einer Bilderschau ließ Schriftführer Norbert Werkstetter das Jahr 2020 Revue passieren. − hok