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Gemeinschaftsübung 09.11.2015Gemeinschaftsübung 09.11.2015

 Feuerwehr Reischach hat Paten gefunden

 Endlkirchen als „Göd“ bei der 150-Jahr-Feier 2016 – Zähe Verhandlungen und unterhaltsames Programm vor 300 Zuhörern

 Von Konrad Hochhäusl 
  Endlkirchen/Reischach. Viel Verhandlungsgeschick war beim Patenbitten erforderlich, um die Endlkirchner Wehr zur Übernahme der Patenschaft beim 150-jährigen Jubiläum der Freiwilligen Feuerwehr Reischach vom 25. bis 29. Mai 2016 zu bewegen. Rund 300 aktive und passive Mitglieder beider Wehren erlebten im voll besetzten Saal des Gasthofes Auer einen amüsant-kurzweiligen Abend. Nach zähem Ringen über die Menge des Freibieres einigten sich beide Parteien auf die „Schnapszahl“ von 333 Litern.

  Die Reischacher, die mit Partnerinnen erschienen waren, wurden im Hof des Gasthofes Auer von der Endlkirchner Wehr empfangen. Angeführt von den Gerataler Musikanten, durchschritten sie ein langes Spalier, das der vorgesehene Patenverein gebildet hatte. Mit von der Partie waren auch Bürgermeister und Schirmherr Herbert Vilsmaier sowie die Festdamen Waltraud Hansbauer, Christine Höfl, Pia Modlmayr und Eva Hinterwinkler sowie die Endlkirchner Patenbraut Theresa Schwertfellner. Im Saal angekommen, hieß 2. Vorstand Erwin Kaiser die Gäste auf das herzlichste willkommen.

  Der 1. Vorstand der Endlkirchner, Johann Schwertfellner, erwähnte in seiner Begrüßung, dass der Tag der Umstellung auf die Winterzeit für das Patenbitten ideal sei, da für lange Verhandlungen eine Stunde mehr Zeit sei.

  Erlbachs Bürgermeister Franz Watzinger meinte, dass das große Aufgebot an Feuerwehrleuten einer „Mobilmachung“ gleichkomme. Er nahm jedoch den Reischachern vorweg schon die Hoffnung, einen „reichen Göden“ zu finden: Sei doch die Feuerwehr wegen hoher Investitionen grade so arm wie die Gemeinde. Der Reischacher Wehr wünschte er für ihr Fest einen harmonischen Verlauf.

  In Gedichtform brachte Festleiter Michael Höfl sein Anliegen vor: da die Endlkirchner schon mehrfach Patenverein gewesen seien, hätten sie Erfahrung und seien daher auserkoren, die Patenschaft zu übernehmen. Er hoffe, einen „geldigen Göden“ zu bekommen. Johann Schwerfellner nahm ihm jedoch diese Hoffnung und beteuerte, dass sie „nicht so leicht hergehen“ und bereitete sie auf harte Verhandlungen vor: Es solle eine möglichst hohe Menge Freibier dabei herauskommen!

  Unter den Klängen der „Gerataler Musikanten“ wurde die „Patenbittmaschine“ auf die Bühne gebracht. Die mit Sägezacken gespickte Eisenschiene sollte jedoch nur einen Schreck einjagen,beim Patenbitten kam „nur“ die scharfkantige andere Seite der Schiene zum Einsatz. Darauf kniend, mussten zur „Vorrunde“ erst Schirmherr Herbert Vilsmaier, Festleiter Michael Höfl und Kassier Helmut Vilsmaier ein Angebot zur Übernahme der Patenschaft vorlegen. Ihr Angebot übertraf die kühnsten Erwartungen des angefragten Paten: 1500 Liter. Allerdings stellte sich nach genauem Hinterfragen raus, dass damit Wasser gemeint war, nicht etwa Bier.

  Bei der ersten Runde der „harten Verhandlungen“ waren 2. Vorstand Lorenz Vorbuchner, 2. Kommandant Andreas Hofbauer, Kassier Helmut Vilsmaier sowie die Festausschuss-Mitglieder Johann Hansbauer und Konrad Hinterwinkler auf die „Patenbittmaschine“ beordert. Vorher hatte die Endlkirchner Patenbraut Theresa Schwertfellner noch geprüft, ob die Probanden keine Kniepolster angelegt hatten. Das Begehren der Reischacher: „Wir bitten um an Göd! Ihr seid’s die Besten, wir wolln sonst koan ham. Bevor wir Euch ned kriang, fahrn ma ned hoam“ wurde von allen anwesenden Endlkirchner lautstark beantwortet: „Noch ist nix fix und ohne Freibier mach ma mir nix“. Die angebotene Menge entsprach keineswegs den Endlkirchner Erwartungen. Auch der Geschicklichkeitsübung mit Hoola-Hoop-Reifen waren die Reischacher Wehrmänner zur allgemeinen Belustigung nicht gewachsen.

 Die nächste Verhandlungsrunde wurde von Festleiter und 1. Vorstand Michael Höfl, 1. Kommandant Wolfgang Hansbauer, Schriftführer Marcus Höfl und den Festausschuss-Mitgliedern Severin Michel, Jürgen Lichtenwimmer und Robert Saliter ebenso erfolglos bestritten, da die mittlerweile von Endlkirchen geforderten 666 Liter nicht akzeptiert wurden. Wieder ertönte lautstark der Spruch: „Noch ist nix fix, und ohne Freibier mach ma mir nix!“ Als amüsante Einlage mussten die Partnerinnen der Bittsteller denen die Krawatte binden.

 Erfolgreicher bei den Verhandlungen zeigten sich dann die Festdamen: Trauermutter Waltraud Hansbauer, Fahnenmutter Christine Höfl, Festbraut Pia Modlmayr und Patenbraut Eva Hinterwinkler, die zusammen mit Schirmherrn Herbert Vilsmaier auf die Holzscheite gebeten wurden. Durch Einschlagen von Nägeln mit einem Maurerhammer in einen Baumstamm konnten sie die Menge des Freibieres festlegen: Eine Maß pro Schlag mit der schmalen Seite und drei Maß pro Schlag mit der Breitseite des Hammers. Bei "geschickter" Berechnung des Schriftführers kamen so rund 450 Liter zusammen. Doch die Jury ließ Gnade walten und begnügte sich mit 50 Maß, mit denen das bisherige magere Angebot aufgebessert werden sollte. Nach Vermittlung der Festwirtsleute Karl und Katharina Berger einigten sich die Verhandlungspartner auf 333 Liter, die vom Festwirt freiwillig auf 400 Liter aufgestockt werden. Dieses Angebot überzeugte die Endlkirchner Vorstandschaft und so erklärte Vorstand Johann Schwertfellner, dass die Patenschaft gerne übernommen werde. Er wünschte dem Fest einen harmonischen Verlauf und gutes Wetter.

 Abschließend erklärte er, dass das ausgehandelte Freibier Verwendung bei einer gemeinsamen Abschlussfeier finden werde.

  Der unterhaltsame Abend wurde mit allbekannten Musikstücken der „Gerataler Musikanten“ umrahmt. Nach dem offiziellen Patenbitten begeisterten mehrere Einlagen von Aktiven aus Endlkirchen und Reischach. So war ein junger Mann der Verzweiflung nahe, als er telefonisch einen Brand melden wollte, aber bei der automatischen Ansage einer Feuerwehrzentrale landete. Eine Gruppe aus Reischach zeigte scherzhaft die Anfänge der Endlkirchner Wehr, von der Gründung bis zum misslungenen ersten Einsatz. Für Begeisterungsstürme sorgten die „Klapperlbuam“, die auf der zur Bühne umfunktionierten Kulisse eines Feuerwehrautos Tänze zu verschiedenen Melodien aufführten. Dabei bildeten zwei Darsteller je eine Mini-Tanzfigur: die Arme des vorderen bildeten die Beine und die hinter ihm stehende Person agierte mit den Händen. Für diese tolle Vorstellung forderte das Publikum eine Zugabe. Eine „bierselige Unterhaltung“ auf dem Pissoir beim bevorstehenden Feuerwehrfest schloss den unterhaltsamen Abend ab.

  Quelle: ANA 29.10.2015

Mission "Festdamenbitten" ist gelungen

Quelle: ANA 17.09.2015Quelle: ANA 17.09.2015